Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Baar hat eine lange und aufregende Geschichte hinter sich. An der Stelle der heutigen Kirche stand bereits vor fast eintausend Jahren eine Dorfkirche. Diese war im romanischen Stil erbaut und vermutlich deutlich kleiner als wir sie heute kennen. Falls es damals schon einen Kirchturm gab, dann war dieser nicht besonders hoch. Ein Gnadenbild der Mutter Gottes machte die Kirche früh zum Ziel vieler Wallfahrer. Man kann das Kunstwerk noch heute im linken Seitenaltar bewundern.

Die reichen Einnahmen durch die Wallfahrt ermöglichten im 15. Jahrhundert den Bau einer größeren Kirche samt Kirchturm im Stil der Spätgotik an derselben Stelle. Durch die anhaltende Wallfahrt konnte die Kirche schließlich 200 Jahre später im 17. Jahrhundert barockisiert werden. Im Zuge dieser Modernisierung wurde der Hochaltar und die Seitenaltäre hinzugefügt, alle reich verziert. Der Kirche wurde das Gesicht verliehen, das wir heute kennen.

Ein großes Ereignis für den damals kleinen Ort war 1753 die feierliche Überführung der Gebeine des hl. Fortunatus, die bis heute sichtbar unter dem linken Seitenaltar aufbewahrt werden.


 Eine wichtige Besonderheit von Mariä Himmelfahrt ist das 1717 in Geisenfeld hergestellte Heilige Grab. Dieses wurde damals eigens für die barockisierte Kirche gebaut und füllt den Altarraum vollständig aus. Es besteht zum größten Teil aus Holz und bemalten Leinen. Durch Mechanik, Licht und Wasser erwacht die Szenerie zum Leben. Das Heilige Grab wird zu Ostern aufgestellt und zeigt den Kreuzweg mit Tod und Auferstehung Jesu.

In den 300 Jahren seiner Existenz wurde das Heilige Grab teils jedes Jahr aufgestellt, dann wieder für lange Zeit eingelagert. Der Aufbau konnte damals eine Woche dauern, heute wird die Arbeit von vielen fleißigen Helfern an einem Tag erledigt.

Das Heilige Grab wird in allen geraden Jahren aufgebaut - das nächste Mal 2020. Es ist von Karfreitag bis Ostermontag tagsüber geöffnet für stille Andacht und Gebet. Auch ein mehrmaliger Besuch dieses schönen Kleinods lohnt sich, denn der Leichnam Jesu wird am Ostersonntag durch einen Engel ersetzt, der die Auferstehung verkündet.